Startseite
  Archiv
  Wortschöpfung
  Über mich
  Gästebuch
  Kontakt

   
    doll-chan

    - mehr Freunde

   Die liebe Linda
   und die Knuffige Clara ^^

http://myblog.de/siran

Gratis bloggen bei
myblog.de





Ruhiges Leben

Ich liebe den Herbst, aber er ist definitiv die melancholischste Jahreszeit des Jahres. Ich frage mich, warum uns Menschen dieses Blätter-vom-Baum-gefalle so fertig macht. Ich finde einen Baum ohne Blätter genauso ästhetisch wie mit. Nein, es linegt wohl eher an der geringen Sonneneinstrahlung, seit fünf Tage, FÜNF Tagen nichts als warui tenki (jap. "schlechtes Wetter"), entsetzlich.

Dafür bin ich endlich wieder einer literarischen Offenbarung begegnet, empfohlen von meinem guten Freund Intuition, der mich sogar dazu gebracht hat, die zwei Euro Ausleihgebühr zu zahlen. Und das, obwohl ich schon einen Jahresbeitrag an die Stadtbibliothek bezahle, Blutsauger.

Jedenfalls, Offenbarung, genau. Und zwar handelt es sich um "Die Eleganz des Igels" von der französischen Schriftstellerin Muriel Barbery. Ich muss gestehen, dass ich mir meine Bücher meist unter eher oberflächlichen Gesichtspunkten aussuche. Es gibt zwei Dinge, denen ich nicht widerstehen kann: einem interessant gestalteten Cover und einem hinreißenden Titel, wobei letzteres der Punkt ist, der am meisten Einfluss auf meine Entscheidung hat. Aus keinem anderen Grund habe ich den Film "Die Ermordung des Jesse Jones durch den Feigling Robert Ford" gesehen, als dem, das ich den Titel wundervoll fand. Ja, ich mag lange Titel. Die Schlagwörter "Eleganz" und "Igel" zusammen mit der Abbildung der Shilouette einer Katze machten mich irgendwie ganz neugierig, ich bin zwei Wochen um das Buch herumgeschlichen (Freund Geiz lässt grüßen) und habe es schlussendlich doch ausgeliehen. Bisher war es die zwei Euro mehr als wert. Gegen diese Schachtelsätze ist Thomas Mann ein Waisenkind, und ich muss sagen, dass das hier um einiges ansprechender ist als die Buddenbrooks (die ich sehr wohl gelesen habe, und die mich entsetzlich gelangweilt haben. Selbst Tolkien hat nicht so massigen Aufwand in die Beschreibung der Umgebung gelegt wie Mann, der damit ganz vortrefflich den Spannungsbogen getötet hat. Aber das ist nur meine Meinung und streckenweise war es ganz nett)

Jedenfalls würde ich dieses Buch jedem ans Herz legen, der in den zwanzig Minuten Bahnfahrt mal einen etwas anderen Blick auf die Gesellschaft und unser Leben im 21. Jhd. haben möchte, die Kapitel sind sehr kurz und man kann gut Pausen einlegen ohne hinterher den Einstieg zu verpassen. Es liest sich sehr langsam, aber das ist gerade gut, wäre ja schade, wenn es zu schnell vorbei wäre. Bisher hat es bis Seite 240 alles gehalten was es versprach.

Dabei fällt mir auf, das ich bald mit Lesen anfangen sollte, es ist schon spät und ich sehe in letzter Zeit aus wie meine untote zweite Persönlichkeit, die in meinem Schrank wohnt. Und es wäre überaus peinlich in Operations Management in der ersten Reihe einzuschlafen, zumal man entgegen der wissenschaftlichen Befunde im Schlaf weniger lernt als man glaubt...

(Motto des Tages: Einsiedlerkrebs auf Observation)
(positive Erkenntis: Ich bin reicher als ich dachte... der angenehme Nebeneffekt, wenn man arbeitet)
10.11.08 23:17
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung